Das Dorf und Kirchenspiel Friedrichswerth (ehemals Erffa genannt)


Das Dorf und Kirchenspiel Friedrichswerth (ehemals Erffa genannt)

Artikel-Nr.: 978-3-937135-28-1

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Chronik – Geschlecht und Schloss – Mit besonderer Berücksichtigung der Freiherrlichen Familie von Erffa - das Schloss Erffa

Von Franz Brumme, 2 Reprintauflage 1899/2010, Festeinband mit 404 S. und 64 Abb.

 

Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
Allgemeine Schilderung des Ortes in Bezug auf seine jetzige Beschaffenheit
Übergang

II. Ausführung
1. Kapitel. Ursprung und Entwicklung des Dorfes
A. Der Name
B. Die (mutmaßliche) Entstehung
C. Die merklichen Vergrößerungen
D. Das von Herzog Friedrich I. Geplante Projekt
E. Die heutige Ausdehnung
F. Zahl und Art der Wohnhäuser und Gehöfte
G. Die Seelenzahl
Zusammenfassung

2. Kapitel. Das Adelsgeschlecht von Erffa
A. Die Herren von Erffa hinsichtlich ihrer Herkunft
    I. Die Darlegung alter Chroniken.
    II. Die Darlegung unserer Forschung
B. Die Herren von Erffa in Bezug auf ihre besonderen Familienangelegenheiten
    1. Lehnsverhältnisse 30. 2. Kauf und Verkauf von Zinsen und Liegenschaften an Klöster,     Landesherrschaft und Private 34. 3. Wappen 43. 4. Devise 43. 5. Stiftungen 43. 6.     Beziehungen zum geistlichen Stande 54. 7. Adelsfamilien, mit denen die von Erffa in     verwandschaftliche Beziehungen getreten sind 55. 8. Streitigkeiten derer von Erffa mit     denen von Wangeheim, ingleichen der Gemeinde von sonneborn 55. 9. Besitzstand derer     von Erffa, einst und jetzt 60. 10. Kurzer genealogischer Überblick 64.
C. Die Herren von Erffa in ihrem Verhältnisse zu Fürst und Vaterland, Kaiser und Reich
    1. Emmerich von Erffa 65. 2. Wenzel von Erffa 65. 3. Hartung von Erffa 67. 4. Hartung von     Erffa 67. 5. Adalbert von Erffa 67. 6. Heinrich von Erffa 68. 7. Friedrich von Erffa 68. 8.     Heinrich von Erffa 68. 9. Georg Hartmann von Erffa 69. 10. Georg Friedrich Hartmann von     Erffa 70. 11. Hans Hartmann von Erffa 71. 12. Hans Georg Hartmann von Erffa 72. 13.     Hans Heinrich Hartmann von Erffa 72. 14. Hartmann Friedrich von Erffa 73. 15. eberhard     Hartmann von Erffa 73. 16. Georg Hartmann von Erffa 73. 17. Kraft Hartmann von Erffa 75.     18. Georg Hartmann von Erffa 76. 20. Ferdinand Hartmann von Erffa 76. 21. Eduard     Hartmann von Erffa (Ahorner Linie) 76. 22. Hermann Hartmann von Erffa (Wernburger     Linie) 76.
    Zusammenfassung

3. Kapitel. Das Schloß
A. Die Kemnate derer von Erffa
B. Das neue Schloß und seine Geschichte
    1. Entstehungsgrund und Zweck 81. 2. Äußeres des neuen Schlosses 83. 3. Inneres des     neuen Schlosses 91. 4. Kostananschläge 96. 5. Berichte 102. 6. Einweihungsfeier 105. 7.     Tod Herzgs Friedrich I. Im Jahre 1691 109. 8. Der Einsiedlerorden (l`ordre des Ermites de     bonne humeur) 111. 9. Das Amt Friedrichswerth (Amtsgericht Wangenheim zu     Friedrichswerth) 118.

4. Kapitel. Die Gemeinde
    1. Familiennamen 123. 2. Berufsarten 125. 3. Beschäftigung der Bewohner 125. 4.     Gemeindevertretung 126. 5. Gemeindegrundbesitz 127. 6. Separation 128. 7. Flurnamen     129. 8. Hut- und Weidebericht 132. 9. Feldbewirtschaftungen und Bebauung 135. 10.     Viehstand 138.  11. Gemeindeetat 138. 12. Das Mahl wird gehalten 141. 13.     Steuerverhältnisse 142. 14. Reichstagswahlergebnisse 143. 15. Verschiedenes 144.
    Zusammenfassung

5. Kapitel. Die Kirche
A. Kirchliche Vergangenheit und Zugehörigkeit
B. Das Kirchengebäude
    1. Die alte Kirche 150. 2. Die neue Kirche 154. a. Erbauer und Zeit der Erbauung. b.     Grundsteinlegung und Aufbau. c. Beschreibung der neuen Kirche. d. Einweihung der neuen     Kirche.
C. Kirchenvermögen
D. Lebensabriß der von Hagenschen Eheleute
    Ernst Friedrich Eduard von Hagen. 1. Lebensgang und Charakter. 2. Tod und Begräbnis.     Wilhelmine Auguste von Hagen. 1. Lebensgang und Charakter. 2. Tod und Begräbnis.
    Zusammenfassung

6. Kapitel. Die Pfarre
A. Das Pfarrgebäude
B. Das Pfarreinkommen
    1. Vor der Reformation 188. 2. während der Reformation 190. Nach der Reformation 192.     Accidentien 193. 2. Freiheiten von onera des Pfarrers 194. 6. ehemalige Obliegenheiten der     Gemeinde 195. 7. Verpachtung im Jahre 1536 196.
C. Die Pfarrer
    a. Katholische. b. Evangelische.
    Zusammenfassung

7. Kapitel. Die Schule
A. Das Schulgebäude
B. Das Schuleinkommen
C. Schulregister von 1658-1692
D. Zahl und Namen der Schulkinder im Januar 1899
E. Schullehrer
    Zusammenfassung

8. Kapitel Das Waisenhaus
A. Die Stifter
B. Die Stiftung
    1. Zweck der Stiftung 221. 2. Zeit der Stiftung 222. 3. Fundierung 223. 4. Leitung der     Anstalt 224. 5. Aufnahme der Knaben 225. 6. Anzahl der Knaben 226. 7. Kleidung,     Unterweisung und Beschäftigung der Knaben 227. 8. Einlassung und Beruf der  Knaben     228. 9. Die übrigen Insassen 229. 10. Ärztliche Überwachung der Anstalt 230. 11. Kassierer     231.
C. Verschiedenes
    1. Immunitäten 231. 2. Gesuch einer Salzburger Emigrantin an Herzog Friedrich II. 232. 3.     Einquartierungen 233. 4. Jubiläumsfeier 1812 234. 5. Besuch fürstlicher Personen 235. 6.     Einschlagen des Blitzes 235.
    Zusammenfassung

9. Kapitel. Der Friedhof
a. Lage und Umgebung
B. Das Innere
C. Die Grabinschriften
    Zusammenfassung

10. Kapitel. Die Domäne
A. Das Rittergut derer von Erffa
    1. Lager und Besitzer 245. 2. Übergang des Rittergutes an Herzog Friedrich I. 246. 3.     Kaufsumme des Rittergutes nebst Landfläche 257. 4. Erffaischer und Buttlarischer Anteil     am Rittergute nebst Pertinentien und Gerechtigkeiten 258.
B. Das Makkergut (Domäne)
    1. Größe des Kammergutes 1695 261. 2. Größe der Domäne 1881 262. 3.     Wirtschaftsgebäude für den Pachter 1690 und 1891 253. 4. Pachtvertrag 1692 263. 5. Saat,-     Ernte- und Dresch-Verzeichnis 1693 und 1767 267. 6. Jetzige Bewirtschaftung 269. 7.     Pächter 272.     
    Zusammenfassung

11. Kapitel. Die Kirchenbücher allgemeine
    Zusammenfassung

12. Kapitel. Das kirchliche Leben auf Grund der Kirchenbücher
A. Die heilige Taufe
    1. Eintrag. 2. Prädikate und Ehrentitel. 23. Paten Gevattern. 4. Name des Kindes. 5. Zeit der     Taufe. 6. Nottaufe. 7. Wert der Taufe. 8. Ort der Taufe. 9. Eheliche und uneheliche Geburten     im Vergleich. 10. Zehnjähriger Durchschnitt.
B. Die Konfirmationen
C. Das heilige Abendmahl
    1. Eintrag. 2. Gebrauch des Abendmahls. 3. Abendmahlsgang der Katechumenen. 4. Beichte.     5. Privatkommunion. 6. Abendmahlsverächter. 7. Gemeindemitglieder mit anrüchigem     Wandel. 8. Glieder der Familie Erffa als Kommunikanten.
D. Trauungen.
    1. Eintrag. 2. Art der Trauung. 3. Ort der Trauung. 4. Zeit der Trauung. 5. In Unehren     zusammengekommen. 6. Trauungen der Jetztzeit. 7. Überblick der Trauungen aus 3     Jahrhunderten.
E. Beerdigungen.
    1. Eintrag. 2. Todesfälle hervorragender Persönlichkeit. 3. Gebetseintrag. 4.     Selbstverschuldete Unglücksfälle mit scharfen Nachsätzen. 5. An einer besonderen Stelle     auf den Gottesacker beerdigt. 6. Hinrichtung. 7. Verhältnis der Taufen zu den Beerdigungen     in einem Zeitraum von 10 Jahren aus dem 17., 18. 19. Jahrhundert. 8. Leichentext 1688-    1691.
    Zusammenfassung.

13. Kapitel. Der kirchliche Sinn
A. Schenkungen
    1. die Orgel angestrichen und gemalt. 2. Ein neues Taufbecken. 3. Zwei schöne     Blumengefäße. 4. Eine neue Altarbekleidung. 5. eine neue Taufsteinbekleidung. 6. Eine     Kanzleibekleidung. 7. Eine neue Bekleidung für Altar, Kanzel und Taufstein. 8. Neue     Blumensträuße.
B. Vermächtnisse (Legate)
    1. Das Erffaische Legat. 2. Das Hendrichsche Legat. 3. Das Drost-Schlutzesche Legat. 4.     Das Jonas Büchnersche Legat. 5 Das Cramersche Legat. 6. Das von Hagensche Legat.
C. Erträge des Klingelbeutels und der Armenbüchse.
    Zusammenfassung

14. Kapitel. Ursachen und Zeit des Todes, ingleichen Lebensalter der Verstorbenen
A. Ursachen des Todes.
    1. Angabe einer Todesursache. 2. Angabe zweier oder mehrerer Todesursachen. 3. Mit     Namen nicht besonders bezeichnete Krankheiten. 4. Unglücksfälle. 5. Betrachtungen über     den Gesundheitszustand in der Gemeinde.
B. Zeit des Todes
C. Lebensalter der Verstorbenen
    Zusammenfassung

15. Kapitel. Wander- und Straßenbilder des 17. Jahrhunderts
A. Mit Angabe der Gründe
    1. Brandbeschädigte, Wetterbeschädigte. 2. Vertriebene (infolge von Krieg, Religion u. s. w.).     3. Gebrechliche , Lahme, Kranke u. s. w.
B. Ohne nähere Angabe der Gründe
    Zusammenfassung

16. Kapitel. Verkehrsvermittlungen
A. Das Postwesen
B. Das Eisenbahnwesen
    Zusammenfassung

17. Kapitel. Feste und Gedenktage neuerer Zeit
A. Religiös-kirchlicher Art
B. Weltlich-vaterländischer Art
C. Gemeindlich-familiärer Art

18. Kapitel. Vereine und Vereinigungen
A. Pflege des Gesanges und der Schnellschreibekunst
B. Pflege des Patriotismus und kameradschaftlichen Sinnes
C. Pflege wirtschaftlicher Interessen
    Zusammenfassung

19. Kapitel. Witterungs- und Ernteberichte (inkl. Fruchtpreise)
A. Witterungsberichte 1853-1898
B. Ernteberichte 1862-1898
    Zusammenfassung

20. Kapitel. Militärisches
A. Kriegszeiten
B. Friedenszeiten
    Zusammenfassung

21. Kapitel. Brände
A. Im Anfange des Jahrhunderts 1819
B. Gegen Ende des Jahrhunderts 1874-1888
    Zusammenfassung

22. Kapitel. Sitten und Gebräuche, Kinderlied und Kinderspiel und Ortsdialekt
A. Sitten und Gebräuche
B. Kinderlied und Kinderspiel
C. Ortsdialekt
    Zusammenfassung

III. Schluß
Anhang
    I. Einiges über Münzen und Maße alter Zeit
    II. Literaturangaben
    III. Verzeichnis der Abbildungen und Pläne
    Verzeichnis der hauptsächlichen Berichtigungen

 

Vorwort
Wieder eine Ortschronik! Ich setze hinzu: mit vollem Grunde, und gebe zugleich dem Wunsche Ausdruck, daß noch recht viele Ortschroniken nachfolgen möchten. Ja wenn doch jedes Dorf seine Chronik (geschrieben oder gedruckt) hätte. Das wäre hocherfreulich. Warum? Nun die Ortschronik ist ihrem Charakter nach auch ein Stück vaterländischer Geschichte, wenn auch im kleinsten Maßstabe. Auch dadurch wird der Sinn für die Heimat, der gerade in unserer vorwärts hastenden, schnell lebenden Zeit so manchem verloren gegangen, die Liebe zu der Heimat und was dahinter steht, die Anhänglichkeit an das Vaterland gestärkt und gekräftigt. Die Chronik *) ist somit ein Gruß aus der Heimat, aus dem Vaterlande. Wenn auch durch mein Buch bei den Gliedern meiner Gemeinde das Interesse an der Heimat, die Liebe zu derselben und zum Vaterlande gefördert wird, so ist der Zweck desselben vollkommen erfüllt.

*) Kann nicht auch im Geschichtsunterrichte (z. B. bei den kriegsgeschichtlichen Darlegungen) die Chronik belebend und fruchtbringend wirken? Kann nicht gerade dadurch Heimatliebe, Vaterlandsliebe geweckt und gefördert werde? Ich glaube es. (Eventuell könnte vielleicht auch im Konfirmandenunterricht z. B. bei dem Kapitel „Kirche, Kirchengebräuche“ u. s. w. Eine Ortschronik ihr Gutes wirken?)

Was den Charakter und Aufbau meines Buches betrifft, so bemerke ich kurz folgendes: Wie im Titel  angegeben, solle es eine Chronik sein, d. h. eine Aneinanderreihung von merkwürdigen Begebenheiten des Ortes. Nun ich meine, Friedrichswerth hat eine reiche Geschichte hinter sich, und manche Merk- und Denkwürdigkeit ist zu verzeichnen. Die Einleitung, die ich vorausgeschickt habe, soll einen Überblick, einen Umriß des Dorfes in seiner Jetztzeit und zwar in ganz allgemeiner Art geben. In der Ausführung soll dann in besonderer, spezieller Weise darauf eingegangen werden. Hierbei hat die Geschichte derer von Erffa, weil ihnen unser Ort seine Entstehung nach meinem Dafürhalten verdankt und weil dieses uralte Adelsgeschlecht viele, viele Jahrhunderte hier ansässig gewesen, besondere Berücksichtigung erfahren.
Die Kirchenbücher sind voll in das Bereich der Betrachtung gezogen. Sind sie doch wichtige äußere Merkmale des inneren religiösen Lebens der Gemeinde. Meines Erachtens ruht in denselben noch ein verborgener, kostbarer Schatz der nun zum kleinen Teile gehoben, der weiteren Heranziehung an das Tageslicht wohl wert wäre. Die am Schlusse jedes Kapitels folgende Zusammenfassung soll Rückblick, Einblick, Aufblick, Ausblick geben. Und die photographischen Abbildungen und Pläne werden gewiß vielen willkommen sein. Mögen sie zur Belebung des Ganzen ihren Teil beitragen. Gern hätte ich sie zum Vorteile des Buches um ein Bedeutendes vermehrt. Alleine die dadurch entstehende, unvermeidlich Erhöhung der an sich schon bedeutenden Druckkosten und infolge dessen auch des Buchpreises hat mich davon abgehalten. Hinsichtlich der im Anhange beigefügten Litteratur betone ich, daß nicht jede einzelne Schrift (Schriftchen), die (das) bei der Bearbeitung irgend eine Anregung mir geboten, angegeben ist. Dies hätte thatsächlich zu weit geführt. Die Selbständigkeit ist dadurch nicht beeinträchtigt worden. Einige Abschnitte des Buches sind bereits von mir an einigen anderen Orten veröffentlicht worden.
Allen denen aber, die mich bei der Bearbeitung des Buches mit Quellenmaterial unterstützt haben, sage ich an dieser Stelle meinen verbindlichen und aufrichtigsten Dank, inbesonderheit Sr. Hochwohlgeboren Herrn Kammerherrn Freiherrn von Erffa auf Wernburg, ingleichen sämtlichen hochgeehrten Vorstehern der hierbei einschlägigen Archive, wie auch der hochgeehrten Verwaltung der Herzoglichen Schloßbiblothek zu Gotha.
Und an den Dank reiht sich die Bitte. Sollte mancher Wunsch, der hie und da betreffs des Buches rege werden möchte, nicht berücksichtigt, oder sollten gar Irrungen unterlaufen sein, so bitte ich um gütige Entschuldigung und geneigtes Wohlwollen, eingedenkt jenes bekannten Wortes: „Irren ist menschlich.“ Sollte ich aber hie und da zu eingehend geworden sein, so bitte ich dies aufs Konto meiner Gemeinde zu schreiben. Wir können gar nicht genug für unsere Gemeinden thun.
Die auf dieses Buch verwandte mehrjährige Zeit und Mühe aber findet ihren Lohn am besten dann, wenn meine Gemeinde in demselben eine Liebesgabe erkennen und hinnehmen möchte.
Und so trete denn die Chronik ihre Wanderung an die Häuser und in die Herzen meiner Gemeinde, wie auch der Fernerstehenden und erfreue Alt und Jung, Reich wie Arm, Hoch wie Niedrig. Der Herr lege aber seinen Segen darauf.
An Gottes Segen ist alles gelegen!
(Erffa) Friedrichswerth, den 4. Mai 1899
Franz Brumm, Pfarrer

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