Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer - Ein Handbuch


Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer - Ein Handbuch

Artikel-Nr.: 978-3-86777-202-0 Bei Verfügbarkeit benachrichtigen
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von Wolfgang Kahl,  5. verbesserte und erweiterte Auflage 2010, Festeinband mit 490 Seiten und 21 Abbildungen. (Ersetzt die Ausgabe 978-3-937135-61-8 von 2005.)

 

Inhalt:
Vorwort zur 4. Auflage 2010    5
Einleitung    6
Ortsverzeichnis: Katalog Thüringen    14
Ortsverzeichnis:
Katalog Burgenlandkreis, Sangerhausen und Weißenfels    329
 Anmerkungen    394
Literatur- und Quellenverzeichnis    398
Quellentexte und Abbildungen    429    

 

Vorwort

Expressis verbis würde der Lateiner sagen, denn es sind im wahrsten Sinne des Wortes zweifellos die ältesten Schriftquellen zur Geschichte Thüringens, welche in Bezug auf die chronikalische oder urkundliche Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer anhand von Lebensbeschreibungen (Viten), Annalen, Chroniken, Besitzaufzeichnungen (Breviarien) oder Urbarien vor allem der Klöster, Urkunden (Diplomata) sowie Urkundenauszüge (Regesten) in dem nachstehenden alphabetischen Ortsverzeichnis genannt werden.
Bereits der berühmte Jenaer Geschichtsprofessor und Polyhistoriker Caspar Sagittarius (* 23. September 1643–† 09. März 1694) betonte immer wieder als wissenschaftliche Arbeitsmethode, das Zurückgehen auf die ältesten Zeugnisse,1 d.h. zu den Urquellen hinabzusteigen. Dabei sind die Schriftquellen nicht nur einer kritischen Prüfung zu unterziehen, sondern im Falle ihrer Publikation in Urfassung und reiner Authentizität abzudrucken. Unter fester Beherzigung jener Grundsätze wurden die für dieses Handbuch benutzten einschlägigen Quelleneditionen, wie Urkunden- und Regestenbücher sowie die gedruckten Viten mittelalterlicher Persönlichkeiten als auch die handschriftlich erarbeiteten Regesten der thüringischen Staatsarchive als unabdingbare Grundlagen gesichtet und ausgewertet. Zu diesem Fundus zählt ganz besonders die in mehreren Ordnern alphabetisch gesammelten Ortsnamenzettel bei Prof. Dr. Hans Walther am Institut für Slavistik, Abt. Deutsch-Slavische Namenforschung, der Universität Leipzig.
Rund sechs Jahrhunderte Geschichte Thüringens von 704 bis um 1300 manifestieren eindrucksvoll mittels ihrer immens kaum faßbaren Quellentradition zugleich ein Großteil Deutscher Geschichte des Früh- und Hochmittelalters auf kleinem geopolitischen Raum. Eng verflochten mit den allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklungsprozessen spiegelt sich in der Herausbildung namentlich ältester Siedlungen in Thüringen das Werden und Wachsen all unserer Gemeinden im mittelalterlichen Kräftespiel oftmals blutig erbitterter weltlicher wie kirchlicher Machtinteressen auch in kleinen Territorien wie Thüringen wider.
Um den Werdegang der zeitlichen Entwicklung eines Ortes anhand seiner Ersterwähnung (mentio prima) nachvollziehen zu können, dürfte mit diesem Handbuch für Thüringen eine brauchbare wissenschaftliche Publikation als ein wichtiges Nachschlagewerk vor allem für Archive und Bibliotheken sowie für jeden Historiker, Lehrer, Heimatforscher, Ortschronisten und sonst interessierten Geschichtsfreund gegeben sein. In diesem Sinne möchte es gleichermaßen einen kleinen Beitrag für das noch ausstehende Historische Ortsnamenbuch von Thüringen leisten, das wohl noch viele Jahre auf sich warten lassen wird.

Vorwort zur 5. Auflage
Wunschgemäß habe ich den Anregungen entsprochen, die Orte der Kreise Sangerhausen, Burgenlandkreis und Weißenfels einzubeziehen, weil sie in verschiedenen Jahrhunderten besonders des Mittelalters zu Thüringen zählten. Aus diesem Grunde ist das berühmte Hersfelder Zehntverzeichnis aus der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts in Wort und Bild zum Abdruck gekommen, da einige Städte und Dörfer der o.g. Kreise in jenem Verzeichnis erstmals erwähnt werden. All diese in Sachsen-Anhalt gelegenen Orte sind in einem separaten Katalogteil aufgeführt worden. Gleichfalls fand im Urkundenteil die berühmte und vieldiskutierte Orlagauurkunde von 1071 ihren gehörigen Platz. Aus den bisherigen Auflagen erwuchs nunmehr eine kleine diplomatische und damit quellenkritische Geschichte Thüringens durch die Einbeziehung wichtiger kommunaler Ereignisse sowie Sachverhalte.
Ferner waren erneut Korrekturen sowie Ergänzungen notwendig, weil z.B. die Gemeinden Hohleborn/bei Schmalkalden, Fichtach, Träbes sowie Grünau/zu Leutenberg und Rosenthal/zu Crossen u.a. vergessen wurden und bezüglich Ruhla der bislang vermeintliche Zeitpunkt seiner Ersterwähnung 1321 falsch ist.
Sollten sich immer noch Fehler und vergessene Orte finden, wird ergebenst um wohlwollende Mitteilung gebeten, denn ein solches Werk wird vermutlich eine ewige Baustelle bleiben.

 

Rezension im Jahrbuch des Hennebergisch-Fränkischen Geschichtsvereins Jahrbuch 2011, Seiten 350-352

 

Schon die Tatsache, dass sich in dem kurzen Zeitraum von 1996 bis 2010 fünf Auflagen erforderlich machten, beweist den großen Bedarf an einer Publikation, wie sie Wolfgang Kahl vorgelegt hat. Es war ein großes Wagnis, als Einzelautor eine so schwierige Aufgabe anzupacken. Wer jedoch die Gelegenheit hat, die 1. Auflage (erschienen Erfurt 1996 in der Reihe der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen) mit der jetzt vorliegenden Neuausgabe zu vergleichen, wird schnell erkennen, dass es sich gelohnt hat. Der quantitativen Erweiterung von 129 auf 490 Druckseiten entspricht auch ein entsprechender qualitativer Schritt nach vorn. Es sind nicht nur etliche Fehler beseitigt, sondern von einer Auflage zur anderen auch noch bis dahin übersehene Orte nachgetragen worden. Zusätzlich wurden die historisch stark mit Thüringen verbundenen, aber heute nicht mehr zugehörigen Landkreise Sangerhausen, Weißenfels und der Burgenlandkreis aufgenommen, und der bisher gültige Zeitrahmen 1300 ist aufgehoben. Bei der Schwierigkeit der zu lösenden Aufgabe ist es natürlich völlig klar, dass hie und da immer noch ein paar Fehler auftauchen, vor allem frühere Erstbelege als die angegebenen gefunden werden - der Autor räumt selbst ein, dass „ein solches Werk ... vermutlich eine ewige Baustelle bleiben" wird (S. 5). Der bisherige Fortschritt ist aber beachtlich.

 

Das den Vorworten zu den Auflagen 1, 4 und 5 (S. 4-13) folgende Ortsverzeichnis gliedert sich in die Spalten Ort, Zeit und Quelle (S. 14-393, die o. g. drei zu Sachsen-Anhalt gehörigen Kreise ab S. 329 gesondert). Die Orte stehen in alphabetischer Reihenfolge, Städte sind fett gesetzt. Da, wo es sich erforderlich macht, bei kleineren Orten deren Lage anzugeben, ist der nächste größere Ort mit Himmelsrichtung genannt und sehr richtig nicht die jetzige, sich häufig in den Gebietsreformen ändernde Kreiszugehörigkeit zur Orientierung angegeben. Die Spalte „Zeit" enthält das Datum der Erwähnung so genau wie möglich, bei undatierten Urkunden ist der in Frage kommende zeitliche Erstreckungsbereich angegeben, der auf Grund der Recherchen des Autors auch von den Angaben in der Literatur abweichen kann; in Zweifel zu ziehende Datierungen sind mit einem Fragezeichen versehen. Im Unterschied zur Erstauflage bietet das Ortsverzeichnis in den meisten Fällen nicht nur die Ersterwähnung, sondern in der Regel noch eine Reihe weiterer Früherwähnungen, um auch die Entwicklung des jeweiligen Ortsnamens bis zur heutigen Schreibweise sichtbar machen zu können. Da diese Leistung weit über das ursprüngliche Ziel hinausgeht, ist der jetzige Buchtitel sogar etwas irreführend und sollte besser „Erst- und Früherwähnungen ..." heißen. Größere Orte (hauptsächlich Städte) sind darüber hinaus auch noch mit Erst- und Früherwähnungen von Daten ausgestattet, die wichtige Stadien ihrer wirtschaftlichen, verfassungsrechtlichen oder kulturellen Entwicklung kennzeichnen (Stadt, Stadtrecht, Statut, Münze, Studenten, Stift u. dergl.). Die Angaben der 3. Spalte enthalten die Siglen der Urkunden- und Regestendrucke (Auflösung in dem umfangreichen Literatur- und Quellenverzeichnis S. 398-428), auf die sich der Autor bezieht, in einzelnen Fällen, in denen er sich auf eigene archivalische Forschung stützt, gibt er die Archivsignaturen an.

 

Die Orte erscheinen in ihrer heutigen Schreibweise, eine buchstabengetreue Wiedergabe der Namen, wie sie in den Quellen stehen, kann im Rahmen einer Arbeit wie der vorliegenden natürlich noch nicht geboten werden, da sich der Autor nicht für die Exaktheit der Transkription in den gedruckten Quellen verbürgen kann und bei frühen Regestenwerken ohnehin oft nur die moderne Schreibweise erscheint. Da, wo es aber gerade auf ursprüngliche Schreibweisen und deren Entwicklung ankommt, ist der Benutzer des vorliegenden Werkes folglich noch nicht der Last enthoben, die Originalquelle heranzuziehen, er hat aber in den meisten Fällen den Hinweis darauf, wo er sie findet.

 

Als Anhang sind dem Band 18 Quellentexte mit Übersetzung und Abbildung aus dem Zeitraum 704 bis 1417 beigegeben, die besonders viele Ersterwähnungen enthalten.

 

Wenn der Autor mit Recht das Fehlen eines historischen Ortslexikons für Thüringen beklagt und selbst darauf hinweist, dass sein vorliegendes Werk ein solches noch nicht ersetzt, kann man ihm aber doch bescheinigen, dass er einen sehr wichtigen Baustein dazu geliefert hat.

 

Günther Wölfing, Wasungen

 

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