Chronik der Stadt Meiningen von 1676 bis 1834

Artikel-Nr.: 978-3-95966-148-5

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Herausgegeben von dem Hennebergischen althertumsforschendem Verein., Reprint, Festeinband, 482 Seiten.
Chronik der Stadt Meiningen von 1676 bis 1834. Erster und Zweiter Theil. 

 

AUS DEM VORWORT VON LUDWIG BECHSTEIN:

Die Städtechroniken, zwar meist nur Einzelnes und besonders Bezügliches bringend und berücksichtigend, behaupten dennoch, ihre von der Geschichtsforschung hoch zu achtende Ehrenstelle; und geben vielfachen und dankenswerthen Aufschluß über des Volkes inneres Leben, seine Sitten, Gebräuche, Eigenthümlichkeiten, sein besondres Herkommen, und über althergebrachte, oft starr festgehaltene Rechte. Daher die tiefgewurzelte Liebe des Bürgers für seine alten, oft vom Urahn auf den Enkel vererbten Annalbücher, wie überall, so auch hier, und daher der oft und laut ausgesprochene Wunsch nach Fortsetzung derselben, damit das von den Vätern überkommene Gut nicht als Stückwerk erscheine, damit auch der Enkel lerne, wie es seinen spätern Vorfahren ergangen sey, und was diese erlebt und erlitten haben.

Zu den vielen Städten, die sich einer eignen Chronik erfreuen, gehört auch Meiningen. Diese Stadt fand ihren Annalisten in der Person des Magister Johann Sebastian Güth, früher Rektor an der Schule seiner Vaterstadt, später Superintendent in Hildburghausen, und sein Chronikwerk erschien im Jahr 1676, unter folgendem Titel: "POLIGRAPHIA MEININGENSIS Das ist, Gründliche Beschreibung der Ur-alten Stadt Meiningen. Bestehend in dreyen Büchern"

...

Der Verfasser überlebte das Erscheinen seines Werkes nur ein Jahr; er starb am 20.October 1677 in der Nacht von einem Sonnabend auf den Sonntag, an einem Schlagfluß, und hatte nur das Alter von 49 Jahren, 1 Monat und 19 Tagen erreicht. Von seiner ersten Tochter erlebte er drei Enkelinnen. Außer dem Chronikwerk erschienen von ihm viele Leichenpredigten im Druck, und mehrere kleinere Abhandlungen, darunter der See-Diskurs, über den ehemaligen See bei Hermannsfeld.

Die jetzt selten gewordene Chronik fand allgemeine Theilnahme. Der damalige Stadtschultheiß Johann Wolfgang Trier [Trier war der letzte Stadtschultheiß, und hinterließ eine sehr zahlreiche Familie; Herzog Bernhard pflegte ihn den „glücklichen Vater“ zu nennen. Vergl. Heinrich’s Kirchen- und Schulen-Staat, S.689.] veranlaßte einen Beschluß des Stadtraths, ein solches Annalbuch amtlich fortzusetzen, welches Geschäft dem Stadtschreiber übertragen wurde, und dieser, J. Georg Götz, dem schon Güth manche Stoffe und Beiträge verdankte, unterzog sich der neuen Pflicht mit Eifer; bis zum Jahr 1694, in welchem er starb. Seine Chronikfortsetzung ist in mehreren Abschriften vorhanden, auch ließ sie der Archidiakonus Erk in mehreren Jahrgängen des hiesigen Kalenders abdrucken, und von da an setzten einzelne Bürger, deren Namen bis auf einen, Ritzmann, nicht mehr bekannt sind, das angefangene Werk weiter fort. Bis zum Jahr 1785 zeichnete der Kanzleibote Nikolaus Rippel die merkwürdigsten Ereignisse auf, und auch von dieser Fortsetzung gibt es mehrfache Abschriften, deren eine in den Besitz des 1832 verstorbenen Kammerraths Hartmann kam. Dieser führte die Nachrichten von 1785 bis 1823 weiter, und beabsichtigte die Herausgabe der Fortsetzung durch den Druck, welches Vorhaben jedoch nicht zur Ausführung kam. Nach Hartmanns Tode kamen seine Chronikenmanuscripte mit seiner Bibliothek kraft Testament an die Bibliothek des hiesigen Gymnasiums.

Als sich hierauf im Spätherbst des Jahres 1832 nach dem Muster vieler historischer Gesellschaften Deutschlands der Hennebergische Alterthumsforschende Verein begründet hatte, stellte sich dieser, beseelt von dem Streben, so viel als möglich zur Erforschung, Erläuterung und Erhaltung der vaterländischen Geschichte und Geschichtsdenkmäler zu thun, die Aufgabe, jene Chronikfortsetzungen als ein Ganzes bis auf die neueste Zeit fortgeführt, im Druck erscheinen zu lassen, und es wurden ihm zu diesem Zweck die Manuscripte mit dankenswerther Bereitwilligkeit anvertraut.

Da die frühern Sammler nicht die Absicht gehabt hatten, für das Publikum zu schreiben, so mußte das ganze vorliegende Material gesichtet und überarbeitet werden, und dieser Arbeit unterzogen sich gern und freudig mehrere Mitglieder des Vereins: Herr Superintendent Schaubach, Herr Oberhofprediger und Consistorialrath Emmrich, Herr Kammer- und Lehns-Secretair Maaser und der Unterzeichnete. Man behielt die einfache annalistische Form der geschichtlichen Darstellung bei, die zum Nachschlagen die bequemste, und für den gemeinen Mann die beliebteste und verständlichste ist, und sich am zweckmäßigsten an die alte Chronik anreiht, doch blieb man nicht dabei stehen, die vorliegenden Manuscripte abzuschreiben, sondern suchte aus den Archiven die Ueberlieferungen zu vervollständigen, benutzte die ältern Schulprogramme, welche die Nachrichten über milde Stiftungen enthalten, von 1763 an das Wochen- und nachherige Regierungs- und Intelligenzblatt, und forschte überhaupt nach, wenn einzelne besondre Ereignisse vorkamen, oder wichtige Anstalten berührt wurden, um die frühern Verhältnisse möglichst aufzuklären.

Wohl mögen manche aufgenommene Nachrichten einem und dem andern Leser, namentlich entfernten, kleinlich und unbedeutend erscheinen, diese mögen bedenken, daß zwischen Oertlichem und Allgemeinem ein großer Unterschied ist, daß eine Chronik dieser Art nicht Geschichte, sondern geschichtliche Stoffe bietet, deren Auswahl und Benutzung dem Forscher überlassen bleibt, dem oft eine geringe Angabe für seinen besondren Zweck von Wichtigkeit ist. Dieses gilt hauptsächlich von den Namen vieler Personen, deren Anstellung und Tod, deren Aufführung für manche Familie von Wichtigkeit ist und werden kann.

In dieser letztern Beziehung ist sogar der Hennebergische Verein nicht abgeneigt, nach einiger Zeit, und wenn ihm die zu einem solchen Unternehmen nöthige Aufmunterung und Unterstützung wird, Güth’s immer seltner werdende Poligraphia unverändert wieder aufzulegen, aber dabei das Stadt- und Namens-Buch in zweckgemäßer Bearbeitung bis auf die neu’sten Zeiten fortzuführen, und das Ganze durch viele urkundliche Nachrichten zu vermehren.

Die Chroniken trugen oft dazu bei, in vielen Städten den Gemeinsinn kräftig zu fördern, der nur in der Liebe zum Vaterlande, zum Heimathorte wurzeln kann, für diese Liebe aber ist Kenntniß der vaterländischen Geschichte der sichergedeihliche Boden; diesen anzubauen, jene zu wecken, und die Anhänglichkeit an unser Land, unsre Stadt, unser theures hochverehrtes Fürstenhaus zu nähren, schwebte den Herausgebern als Hauptzweck ihrer Arbeit mit vor, und sie hoffen ihren Lohn in der Ueberzeugung finden zu dürfen, daß ihr Bemühen nicht ganz fruchtlos, ihr Werk, bei manchen Mängeln, nicht ganz überflüssig sey. Es blühe Meiningen im Schutze Gottes und unter der Regierung so guter Fürsten, wie sein Bernhard Erich Freund, bis zu den fernsten Zeiten fröhlich fort!

 

Ludwig Bechstein,

Herzoglicher Cabinets- und Oberbibliothekar,

Direktordes Hennebergischen Alterthumsforschenden Vereins.

 

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