Erinnerungen an die Christenlehre 1948-1992


Erinnerungen an die Christenlehre 1948-1992

Artikel-Nr.: 978-3-936030-64-8

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von Ingeborg Walter, Taschenbuch mit 64 Seiten und 15 Fotos. Mit einem Vorwort von Dr. Heino Falcke - Ev. Propst i.R.

Vorwort
Erzählen können, das gehört zum ABC einer Katechetin, also einer Frau, die in der Evangelischen Kirche "Christenlehre" unterrichtet. Solch eine Katechetin erzählt hier von der Christenlehre, die sie Jahrzehnte hindurch in evangelischen Gemeinden gab.
Und weil sie das mit Herz und mit Lust und großer Liebe tat, darum kann sie lebendig, spannend und auch lustig davon erzählen.
Die Verfasserin gehört zu den ersten Katechetinnen, die nach dem Zweiten Weltkrieg in den evangelischen Kirchen der "sowjetischen Besatzungszone" ausgebildete wurden. Der kommunistische Staat ließ keinen Religionsunterricht in den Schulen zu. Also baute die evangelische Kirche in kürzester Zeit einen ganz neuen Berufsstand zur christlichen Unterweisung der Jugend auf, eben die Katecheten, die "Christenlehre" unterrichteten. Der atheistische Staat machte dieser kirchlichen Arbeit eine Menge Schwierigkeiten. Wie sie überwunden, umgangen oder auch ausgetrickst wurden, davon kann Ingeborg Walter nicht nur ein Lied singen.
Sie kann übrigens wirklich singen. Als Erfurter Propst habe ich ihre Arbeit mit Kinder- und Erwachsenenchören erlebt, wenn ich die Gemeinde Kammerforst besuchte.
Wer in diesem Buch zu lesen beginnt, der ahnt etwas von der Spur des Segens auf dem langen Weg der Kirche durch vierzig Jahre DDR-Staat, und der spürt wohl auch, dass da immer wieder und immer neu Glaube, Liebe und Hoffnung am Werke waren.
Dr. Heino Falcke
Ev. Propst i.R.

 

Nachwort
Im Freistaat Thüringen wurde sehr früh der Religionsunterricht eingeführt. Die Katechetinnen des Kirchenkreises Langensalza protestierten dagegen und brachten eine Resolution ein, ohne Erfolg. Die Christenlehre war 45 Jahre lang gewachsen und nun zuende gegangen. In der kirchlichen Kinderarbeit hat jetzt ein neuer Abschnitt begonnen.

Wir leben in einer säkularisierten Welt. Unsere Kinder brauchen Orientierungshilfen. Für alle getauften Kinder ist das Vertrautmachen mit Gottes Wort und das Hineinwachsen in das kirchliche Leben wichtig. Die Frage sollte uns bewegen: Werden sie die Gemeinde von morgen sein?

Die Christenlehre war unabhängig von Staat, Schule und anderen Institutionen in die Kirchengemeinden integriert. Eltern wurden einbezogen, eine entscheidende Sache. In Thüringen versuchen wir jetzt durch freie kirchliche Kinderarbeit, unsere Kinder zu sammeln. Leider scheitert es oft daran, daß zu wenig qualifizierte Helfer da sind, die ehrenamtlich diesen Dienst übernehmen können.

Der Religionsunterricht ist ein Schulfach mit Wissensvermittlung und Zensuren. Unseren Kindern fällt es schwer, sich in dieser neuen Situation zurechtzufinden. Sie erzählen es immer wieder. Da der Religionslehrer in Fragen des Glaubens für die Schüler eine Bezugsperson ist, kommt es sehr darauf an, daß er selbst im Glauben verwurzelt ist. Ich meine, er sollte darum in der Kirchengemeinde beheimatet sein. Unglaubwürdig wird es, wenn eine Lehrerin, die einmal Staatsbürgerkunde unterrichtet hat, sich -wie ich es erfahren habe- in den alten Bundesländern zur Qualifizierung als Religionslehrerin angemeldet hat.
Die Zeit der Christenlehre ist fast überall in den neuen Bundesländern beendet. Wir müssen neue Wege gehen. Vieles bleibt offen. Wir dürfen aber wissen: Gott geht mit uns. „Werfet euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat.” (Hebr. 10,35)                        Weihnachten 1997

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