Dieter Fechner – Meine Erinnerungen 1936––2000


Dieter Fechner – Meine Erinnerungen 1936––2000

Artikel-Nr.: 978-3-86777-336-2

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Ein Buch über Dieter Fechner – Aus der Niederlausitz nach Mühlhausen in Thüringen. Weg eines Kriegs- und Flüchtlingskindes.

Festeinband mit 158 S., 65 F. und Abb. geb..

 

Ein Wort zuvor
Das Heimatgefühl beinhaltet Geburts- und Lebensort, Elternhaus, Familie, Nachbarn, Freunde, aber auch Landschaft, Kultur, Dialekte, Brauchtum und Geschichte einer Region. Die angestammte Heimat kann aus den verschiedensten Gründen verlassen werden, wie Berufsausübung oder Heirat. Mit den Jahren wächst der Mensch in eine neue Heimat hinein, fühlt sich ihr immer mehr verbunden.
Im neuen Lebensort entwickelt sich ein neues soziales und zwischenmenschliches Gefüge, entsteht ein neues Heimatgefühl. –
„Die Kindheit ist die schutzloseste Zeit im Leben.“, heißt es, und andererseits: „Kindheit ist eine Mitgift fürs ganze Leben.“
Wer Kindheitstage zurückruft, muss sich hüten, ein melancholisches Hineinträumen in einst heile Herkunftswelten zu betreiben.
In allen Zeiten versuchten Senioren nach spätestens einem Dreivierteljahrhundert resümierend auf ihr Leben und Wirken und die sie prägenden Ereignisse zurück zu schauen. Sie ließen einiges aus ihrer Kindheit und Jugend mosaikartig aufleben, das sie besonders beeindruckte und mental und charakterlich prägte. Letzteres traf besonders auf Millionen Kinder während des zweiten Weltkrieges zu, als die von den Nazis entfachte Kriegsfurie auf Deutschland zurückschlug. Kinder gerieten in Wirrnisse, Ängste, Schrecken, Not und Elend und verloren Elternteile, Geschwister und ihr Zuhause. Schreckliche Erlebnisse, Ereignisse und Kämpfe, um zu überleben, führten dazu, dass sie in frühen Jahren das unbeschwerte und unbekümmerte Spielen verlernten und sie mit Ängsten leben mussten.
In den Rückblicken auf Kindheiten wird Vergangenheit beschworen und Abenteuern nachgespürt. Die Lust, in Erinnerungen zu kramen, hatte schon immer Konjunktur. Gefährlich ist es allerdings, in ihnen zu schwelgen und sie einseitig vorteilhaft „zu schönen“. Sich von sich selbst ein Bild zu machen, hat verschiedene Funktionen: Es kann einem Identität geben, meinen die Psychologen. Manche Rückblicke geraten auch zu einem Gerichtstag mit sich oder über sich selbst.
Erinnerungen und deren Deutungen sind nach Jahrzehnten meist subjektiv gefärbt. Vielfach werden Bruchstücke geradezu als Ikonen kostbarer Erlebnisse hochstilisiert. Dabei werden vielfach unangenehme Wahrheiten - wie Fehler, Irrtümer und Versäumnisse – verdrängt. Manches weniger Erfreuliche wird verschwiegen. Fragwürdig scheint die These: „Wir brauchen Regeln für die Bewältigung der Vergangenheit.“ Die abgeschlossene Vergangenheit kann nicht mehr bewältigt werden! Sie kann nur mosaikartig reaktiviert, vorsichtig analysiert und bewertet werden. Dabei sollten Ursachen und Wirkungen nicht außer Acht gelassen werden. Denn: „Erinnertes Wissen mit klarem Verstand zu erfassen und zu verarbeiten, ist schon wieder eine Kunst.“ (Harald Kretzschmar)
Andererseits pflegten die BRD-Regierungen staatlich sanktioniert die Vertriebenenromantik seit den ersten Nachkriegsjahren bis in die Gegenwart nachhaltig. Sie dürfte sich nach weit über einem halben Jahrhundert längst verflüchtigt haben, wenn auch die frühkindliche Sozialisation nicht verdrängt werden kann und die Gedächtnisspuren gespeichert bleiben. Letztlich sind jene Vertriebenen nach über 65 Jahren längst wieder ansässig geworden, haben eine neue Heimat gefunden.

 

Inhaltsverzeichnis
    Ein Wort zuvor      4
  1.    „Heimatvertriebene“ in der BRD und „Umsiedler“ in der DDR –
     Eine Folge des von den Deutschen initiierten und
    geführten 2. Weltkrieges in Europa      7
  2.    Einstige Kriegs- und Flüchtlingskinder im heutigen Rentenalter      17
  3.    Bemerkungen zu den territorialen, historischen und kultur - historischen
    Besonderheiten Schlesiens und der Lausitz     19
  4.    Ein Blick auf die „schlesische Dichterschule“
    und weitere gebürtige Autoren dieser Region im 20. Jahrhundert    21
  5.    Zur Geschichte der Stadt Sorau in der Niederlausitz
    (heute: Zary in Polen)     27
  6.    Eine unbeschwerte Kindheit (1936–1943)    35
  7.    Die erste Schulzeit (1943–1944)    47
  8.    Der Krieg zerstört eine unbekümmerte Kindheit    64
  9.    Eine schier endlose Flucht mit Not und Hunger    68
10.    Mit dem Treck zu Fuß auf den Landstraßen nach Cottbus     71
11.    Rückkehr „nach Hause“ und die Folgen    74
12.    Aussiedlung in zehn Minuten und Fahrt in die Fremde     79
13.    Quarantänelager und neues Zuhause am Nikolaus-Tag 1946
    in Mühlhausen/Thüringen     80
14.    Hunger und Kälte im „General Winter“ 1946/1947     85
15.    Nach längerer Zeit wieder in einer Schule     92
16.    Blick auf die neue Schulpolitik nach 1945 in Ostdeutschland    102
17.    Beliebte Lehrerin nach Rumänien verabschiedet    107
18.    Ende des Besuches der Grundschule 1953 und
    Studium am Institut für Lehrerbildung in Erfurt    110
19.    Stippvisite im Ort der Kindheit nach über 30 Jahren     120
20.    Zary in Polen zu Beginn des 21. Jahrtausends                 126
21.    Zum Wirken als Ortschronist, Journalist und Buchautor     129
 
Anhang
Überblick über die DDR-Literatur zum Thema
    Flucht, „Umsiedlung“ und „Vertreibung“      134
Die Bücher der DDR-Schriftstellerin Ursula Höntsch
    durchbrachen ein Tabu      137
Die Sichten der BRD-Schriftstellerin Leonie Ossowski
    auf die Heimatvertriebenen aus Schlesien    142
Blick auf die Sekundärliteratur über Schlesien
    und die Vertreibung    144
Fechners Publikationen     150
Zum 75. Geburtstag von Dieter Fechner von Detlef Ignasiak    156

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