Metzels und seine Mundart


Metzels und seine Mundart

Artikel-Nr.: 978-3-86777-328-7

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Mundart von Prof. Dr. Hartmut Hoffmann, Festeinband mit 182 Seiten und 24 Fotos / Abbildungen.

 

 

INHALT:
Metzels – Historisches und Umgebung
      1. Die Gemeinde Metzels       13
      2. Zur Metzelser Mundart    17
      3. Historische Dorfordnung von 1690    21
      4. Metzelser Gebäude    22
      5. Die  Metzelser Straßen und Wohngebiete    24
      6. Alte Metzelser Vornamen    26
      7. Metzelser Persönlichkeiten und „Dynastien“    27
      8. Berufe / Handwerker in der Metzelser Mundart    33
      9. Metzelser Wald und Flur    34
    10. Bekannte Metzelser Quellen    39
    11. Vogelgesang    40
    12. Großvaters Wetterprognosen    47
    13. Der Organist von Schmalkalden    49
    14. Johann Gottfried Vierling    52
    15. Das Metzelser Vaterunser    55
    16. Die „Metzelser Hymne“: In Thüringen bin ich zu Haus…    56
    17. Mittendrin    57
    18. Das Metzelser Kirschenlied /Di Medelser Kersche    58
    19. Bertholds Wanderschaft oder Es gädd näss üwer Medels    60
    20. Hoah widder Dolmerluft geschnubberd    62
    21. Die Metzelser Nachbargemeinden und Ortsnamen der näheren     63
          Umgebung in Metzelser Mundart
    22. Das Walldörfer Kroatenglöckchen    65
    23. Rhönheimat    67
    24. Historische Bilder aus meiner Kinder- und Jugendzeit    67
Regeln und Besonderheiten im Sprachbau der Metzelser Mundart    

    1. Markante Worte, die den Metzelser Dialekt kennzeichnen    73     

    2. Typische  Merkmale des Metzelser Dialekts    73

    3. Der n – Abfall im Infinitiv    75     

    4. Die Regel des zweierlei Infinitivs     76     

    5. Die Regel und Merkwürdigkeit des defekten Perfekts    80          

    6. Merkwürdigkeit der umgekehrten Vokallänge in der Aussprache    81           

     7. Die umgekehrte Wortfolge im Satzbau    86           

    8. Die Merkwürdigkeit des aberanten /abweichenden Genus    89           

    9. Merkwürdigkeit der eigenständigen Bezeichnung von Sachen und  Gegenständen ( mit gleichzeitiger Änderung des Genus )    89      

   10. Die Merkwürdigkeit der irreführenden Bezeichnung von Bäumen    90       

    11. Die Merkwürdigkeit der eigenständigen Konjugation    90        

    12. Regel der genauen Unterscheidung beim „stehen“    91
    13. Regel / Besonderheit der Einheitlichkeit von „zum“ und „beim“    92
    14. Regel / Besonderheit der Einheitlichkeit von „wie“ und „als“    94
    15. Wie wir Metzelser den Genitiv ausdrücken    95
    16. Die Metzelser Art der Verkleinerung von Substantiven    97
    17. Mundarttypische Vokalwechsel im Metzelser Dialekt    100
    18. Der Umlaut „ä“ in der Metzelser Mundart    115
    19. Der Umlaut „ö“ in der Metzelser Mundart    115
    20. Der Umlaut „ü“ in der Metzelser Mundart    116
    21. Der Doppellaut „au“ in der Metzelser Mundart    119
    22. Die Doppellaute „ei“ und „ai“ in der Metzelser Mundart    120
    23. Die Doppellaute „eu“ und „äu“ in der Metzelser Mundart    124
    24. Der nicht erfolgende Vokalwechsel im Imperativ    125
    25. Das „k“ oder „ck“, das in Metzels wie „doppel g“ klingt     126
    26. Eigenständige Präfixbildungen  im Metzelser Dialek    126
    27. Der „n – Abfall“ bei Substantiven    130
    28. Der „e – Abfall“ bei Substantiven    131
    29. Der „d – Verlust“ in Mundartworten    133
    30. Die Regel des anlautenden „b“ in Fragewörtern    134
    31. Die Einsiberdehnung in der Metzelser Mundart    134
    32. Die zweierlei Aussprache der Adjektive in ihrem attributiven oder
          prädikativen Gebrauch    136
    33. Mundarteigene Adjektive    140
    34. Mundarttypische zusammengesetzte Adjektive    141
    35. Zu Komparationen (Steigerungsformen) von Adjektiven    143
    36. Mundarteigene Verben    145
    37. Mundarteigene Substantive    149
    38. Pronomina (Fürwörter) in der Metzelser Mundart    157
    39. Das Wort „einander = enannd“  mit seinen Vorsilben    158
    40. Zeitangaben in der Metzelser Mundart    160
    41. Die sieben Wochentage in der Metzelser Mundart     161
    42. Die zwölf Monate in der Metzelser Mundart    162
    43. Die vier Jahreszeiten in der Metzelser Mundart     162
    44. Pflanzen- und Tiernamen in der Metzelser Mundart    162
    45. Die hauptsächlichen Farben    167

 

 

 

Vorwort

Es gibt viele Sprachen auf der Erde, aber die liebste und schönste und die klangvollste von allen ist und bleibt die Sprache der Mutter.

Seit ich meiner lieben Mutter zu ihrem 84. Geburtstag im Jahre 1997 eine besondere Freude machen wollte, ihr ein kleines „Wörterbuch der Metzelser Mundart“ verfaßte und darin auch einige sprachliche Besonderheiten unserer Mundart niederschrieb, ist meine Faszination von der Sprache meiner Ahnen ständig gewachsen. Mir geht es – nur etwas verspätet - wie es dem in Wasungen geborenen und ab 1876 lange Jahre in Metzels als Gemeindepfarrer tätig gewesenen Kirchenrat Edinhard Reichardt ergangen ist. Er hatte 1857 als Schüler in einem frei gegebenen Aufsatz zum ersten Mal die Wasunger Mundart behandelt, was bei seinem Klassenlehrer, Prof. Passow, hohe Anerkennung fand, und kam seitdem von ihrer analytischen Durchdringung nicht mehr los. So schreibt er im Vorwort zum 2. Teil seines erstaunlichen dialektphilologischen Werkes „Die Wasunger Mundart“ (1914): Der Aufsatz „war freilich nur eine Schülerarbeit, aber sie bildete doch den Anfang zu dieser meiner späteren Arbeit. ... Dann ruhte meine Tätigkeit auf diesem Gebiete, wenngleich ich im Geiste mich immer mit ihr beschäftigte, ...Immer ist mir die Wasunger Mundart gar lieb und wert gewesen, und noch in meinen alten Tagen höre und spreche ich sie gerne“. So ergeht es auch mir in meinem Alter und ich trete – was die Mundart des Wasunger Nachbardorfes Metzels betrifft – gern in die Spuren, die Pfarrer Reichardt hinterlassen hat, wenngleich ich mich mit ihm und seinem akribischen, allumfassenden Herangehen nicht messen will und kann.
In allen meinen kleinen Büchlein, die dem für meine Mutter folgten und die ich dann dem trauten Dörflein meiner Geburt und seinen Bewohnern widmete, habe ich sukzessive auch zwischenzeitlich neu gewonnene Erkenntnisse zu den sprachlichen Regeln und Besonderheiten der Metzelser Mundart niedergeschrieben. Aber selbst nach dem Erscheinen der „Metzelser Mundart von Aach bis zwoazelich“ (2005) fielen mir noch Dinge auf, die mir wert schienen, festgehalten und nachgetragen zu werden. Diese habe ich in die vorliegende „Extraausgabe“ eingearbeitet, damit sie – so hoffe ich - Interessenten nachfolgender Generationen erhalten bleiben.
Auf die Verwendung von Sonderbuchstaben zur Lautbeschreibung habe ich auch in dieser Sammlung aus Gründen der gewollten Übereinstimmung mit dem Metzelser Dialektwörterbuch bewußt verzichtet, die Sprachwissenschaftler mögen mir das verzeihen.
Bezüglich der Einordnung des Metzelser Dialekts in die Familie der Thüringer Dialekte und insbesondere seiner Stellung innerhalb des Henneberger Sprachraumes sei hier nur kurz erwähnt, dass Metzels mit Meiningen und Wasungen quasi im Zentrum des Fränkisch – Hennebergischen Sprachraumes liegt, den schon frühere Sprachforscher (Bathasar Spieß, 1873; zit.Hertel, 1898 u. Köhler, 2004 ) in drei Sprachgebiete untergliederten: das Grabfeld, das Rhön – Werra - Gebiet und das Gebiet Wasungen Amt Sand (siehe beigefügte Abbildungen und Skizzen). Mehr Erläuterungen dazu finden Sie im folgenden  Kapitel „Zur Metzelser Mundart“.
So stelle ich nun diese Extraausgabe der Sammlung von sprachlichen Regeln und Besonderheiten der Metzelser Mundart dem Leser zur wohlwollenden und nachsichtigen Beurteilung, denn ich bin nur ein Laie auf diesem Gebiet und kein Dialektphilologe und schließe gerne mit den Worten, die der junge Klosterschüler Ekkehard in der stillen Abtei Sankt Gallen vor nunmehr rund 1000 Jahren an das Ende seines Heldenepos, des „Walthariliedes“ (in der Übersetzung von Joseph Victor von Scheffel), gestellt hat:

 „Hochweiser Leser du, schenk` meinem Werke Gnade!
   Wohl gleicht mein rauher Reim dem Sang nur der Zikade,
   doch für das Höchste ist mein .... Sinn  erglüht.“

Denn mir geht es so, wie dem Hasen in einem alten Metzelser Sprichwort:

Dr Hoas es en libbsde bunne gehäeggd es worrn
(Der Hase ist am liebsten (dort), wo er geboren worden ist.)

Ich bin weit in der Welt herumgekommen und kann mich in 10 Sprachen verständigen, aber am liebsten bin ich in Metzels und spreche die Metzelser Mundart.

Berlin, im Mai 2011                Hartmut Hoffmann

 

 

Boij, Droadsche, Hüedes und Kermers. Das Dorf Metzels am Dolmar uns seine Mundart.

 

 Heimat und Fremde - die Bedeutung dieser Worte hat Hartmut Hoffmann, Jahrgang 1936, in seinem Leben zur Genüge erfahren können.

 

Viel im Ausland unterwegs, verlor er nie die Verbindung zu Südthüringen, nach Metzels, seinem Geburtsort. Inzwischen hat er mehrere Bücher über das kleine Dorf im Landkreis Schmalkalden-Meiningen veröffentlicht. Seine besondere Leidenschaft gilt jedoch dem Dialekt, der dem Henneberger Sprachraum zuzuordnen ist. Der Titel seines neuen Buches „Metzels und seine Mundart. Dr Hoas es en libbsde bunne gehäeggd es worrn" (Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 182 S., 19,95 Euro) bezieht sich auf ein altes Metzelser Sprichwort und  bedeutet: „Der Hase ist am liebsten dort, wo er geboren worden ist". Der Autor, von Beruf Tierarzt, der auch international tätig war, beschreibt liebevoll seine Heimat. Er porträtiert detailreich Metzels und seine Umgebung, erinnert an Historisches wie Persönlichkeiten, alte Vornamen, Straßennamen, Flurbezeichnungen, verschwundene Gebäude, an Sagen und natürlich an die „Metzelser Hymne", „In Thüringen bin ich zu Haus", von Karl Rompel. Historische Bilder, auch aus der eigenen Familie, bereichern die Lektüre. Der größte Schatz ist die Metzelser Mundart, die in unzähligen Wortbeispielen zu entdecken ist. Die wichtigsten sind hier, so der Autor, „Boij" (Beine), „Droadsche" (Jauche), „Hüedes" (Hutes, Klöße), „Kermes" (Kirmes) und „Schdoij" (Steine). (Annerose Kirchner – Ostthüringer Zeitung vom 7.1.2012)

 

 

 

 

 

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