Durch´s Saaletal - Ein Wanderbuch 1890


Durch´s Saaletal - Ein Wanderbuch 1890

Artikel-Nr.: 978-3-86777-270-9

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Band1 von 4 Bänden – Flußwanderführer von August Trinius, Reprint 1890/2011 (Altdeutsche Schrift), Broschur, 254 Seiten.

 

August Trinius unternimmt 1890 eine historische Wanderung entlang der Saale von der Quelle bis zur Dornburg und Rudelsburg nahe Naumburg. Seine Etappen waren damal: I. Von der Saalquelle bis Hof - II. Von Hof bis NeuhammerIII. Von Saaldorf bis Walsburg - IV. Thalab bis Eichicht - V. Seitlich in´s Loquitzthal - VI. Von Eichicht bis Saalfeld - VII. Zwischen Saalfeld und Rudolstadt - VIII. Von Rudolstadt bis zur Lobdaburg - IX. Jena und Umgebung - X. Zwischen Dornburg und Rudelsburg..

Inhalt
I.   Von der Saalquelle bis Hof
II.    Von Hof bis NeuhammerIII.    Von Saaldorf bis Walsburg
IV.    Thalab bis Eichicht
V.    Seitlich in´s Loquitzthal
VI.    Von Eichicht bis Saalfeld
VII.    Zwischen Saalfeld und Rudolstadt
VIII.    Von Rudolstadt bis zur Lobdaburg
IX.    Jena und Umgebung
X.    Zwischen Dornburg und Rudelsburg

 

(Auszug) Von der Saalquelle bis Hof. ---
nter den Flußthälern Mitteldeutschlands ist das Saalthal wohl unstreitig eines der schönsten und wechselreichsten. Landschaftensbilder ganz hervorragender Art drängen sich da oft aneinander. Ernst und heitere Anmuth, Einsamkeit und lebensfröhliches Gewimmel lösen sich ab. Burgen reihen sich an Burgen; stolze Herrensitze grüßen leuchtend nieder. Versunkene Klosterglocken läuten traumhaft herauf, und in Mondesnächten sieht man still Frau Sage die Hügel entlang schreiten. Sie horcht in die Hütten hinein und lauscht den vorübermurmelnden Wellen. Und dann sitzt sie an Ruinen nieder und blickt ernst in die duftschimmernde Nacht. Dröhnend schritt hier einst die Kriegsfurie dahin. Die Erde zitterte, die Berge schienen im Donner der Geschütze zu schwanken, wie schnittreife Garben unter der Sense Schwung sanken lange Reihen todtwunder Krieger nieder. Mit ehernen Würfeln ward über Preußens Geschick entschieden. Siegdurstig schwang sich der korsische Aar immer höher. Trübe und herrliche Erinnerungen sind mit dem Saalthal für immer verknüpft. Hier entfaltete sich Schillers inniges Liebesleben; hier wandelte einstens Goethe. Wer mit sehendem Auge und sinnendem Gemüthe an diesem Flusse entlang zieht, den umquillt eine Fülle der Gesichte, und unvergessliche Bilder werden sich ihm dauernd in die Seele prägen.Durch das Saalthal wandern, bleibt noch immer ein Zug durch das Lang der Romantik. In unendlichen, ungezählten Krümmungen, launisch und schier unberechenbar hat die Saale sich ein tief eingerissenes Bett eingegraben. Ueber breite Wehre stürzend,  brausend, über Geröll und Geschiebe schäumend jagend, durch hohe, felsumstarrte Pässe sich zwängend, jetzt weit ausholend, innehaltend, sich duckend, zurückziehend, schnellt sie dann wieder in ausgelassener Luft vorwärts, breit, rauschend, in ihren klaren Fluthen das Spiel der Fische im Sonnenlichte offenbarend. Mißhandelt von den Menschen, beschmutzt, eingezwängt in Joch und Frohne, reißt sie sich immer wieder los, sich abklärend, verstärkt durch neue Bäche, und wandelt sich wieder in den schmucken Fluß, in welchem Städte und Dörfer, Ruinen und Fürstensitze, Klöster wie Kapellen sich beschauen, von dem einst Franz Kugler so begeistert sang:        „An der Saale hellem Strande        Stehen Burgen stolz und kühn;        Ihre Dächer sind zerfallen,        Und der Wind streicht durch die Hallen,        Wolken ziehen drüber hin.“Der Charakter des Saalthales ist in seinem oberen Theile völlig verschieden von dem unteren Theile. Unterhalb Hof bis ungefähr Saalfeld zwängen steile Schieferfelsen den Fluß ein. Seine Wände sind bis oben hin zum Theil mit üppigen und prächtigen Waldungen bedeckt, soweit die Cellulosefabriken, diese unbarmherzigen Verwüster jeder Landschaft, solche nicht niedergelegt haben. Da oben kann man oft stundenlang in tiefster Einsamkeit wandern. Niemand begegnet uns. Keine Hütte, kein Schornstein. Nirgends das Anschlagen eines Hundes, das Gackern eines Huhns. Dann und wann lugt eine Mühle herauf. Durch das Gezweig der Wipfel unter uns schimmert ein weißer Giebel. Das Klappern der Räder dringt durch die Stille. Dann ist Alles wieder versunken, entflohen. Es kam und ging wie ein Traumbildniß. In diesen Einöden füllt der Fluß oft den ganzen Thalgrund aus, oder moorig-feuchte Wiesenstreifen begleiten ihn Streckenweise. Kein Pfad führt da unten hin. Wer dann treulich dem Schlängellaufe folgen will, der muß auf und nieder die schroffen Bergwände klettern und braucht zum nächsten Ziele oft mehr denn die gedoppelte Stundenzahl, als wer den bequemen Landweg jenseits der Höhenwand inne hält.Sobald die Saale in den breiten Thalkessel tritt, in dem das so anziehende Städtchen Saalfeld sich hingelagert hat, die Schwarza, kurz vorher noch durch die Rinne verstärkt, aus einem weit sich öffnenden Seitenthale herangerauscht kommt, verändert sich mit einem Schlage der Charakter der Landschaft. Der Kalkfelsen, kahl und leuchtend, tritt in seine Rechte. Weit treten die Uferlehnen zurück, Waldesdämmer und Idyll hören auf. Voll und oft unbarmherzig strahlt da die Sonne auf Fluß und Thal nieder, auf die nackten, mit Ruinen gekrönten, breitgebuckelten Höhen, die nur hier und da Buschholz oder ein Stück Hochwald aufweisen. Hier ist nur gut wandern im Frühling oder Herbst, wenn die Trauben in den Weinbergen unter der Sonne Kuß der letzten Reife entgegenglühen. Dann bechert es sich auch gut unter Rebenlauben, im Schatten der Ruinen, während der Strom seine Grüße emporsendet.Der Saalwein ist ja eine Eigenart dieses Thales. Darf er auch nicht auf Charakter Anspruch erheben – ist seine Blume auch nur bescheiden – besser als sein Ruf ist er noch immer gewesen, und in Jahren schlechter Ernte gesellt er sich zu den Schaaren namenloser Hülfstruppen, die nach Westen marschiren, um dort einen Verwandlungsprozeß durchzurmachen.Lieblos ist dem Saalwein ja recht oft mitgespielt worden. Das wird Niemand läugnen. Schon der „Wandersbecker Bote“, der sonst so schlichte und anspruchslose Matthias Claudius, sang einmal, den Rheinwein preisend:            „Thüringens Berge zum Exempel bringen        Gewächs, sieht aus wie Wein,        Ist´s aber nicht; man kann dabei nicht singen.        Dabei nicht fröhlich sein.“Wir wollen´s dem alten Herrn heute nicht mehr nachrechnen, in welch starkem Irrthum er sich da verfing. Auch zwischen Jena und Naumburg läßt´s sich vergnüglich lachen, singen und träumen, bechern und schwärmen. – – –(... Auszug ...)

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