Bad Langensalza und Ufhoven Luftbildchronik 1911––2009


Bad Langensalza und Ufhoven Luftbildchronik 1911––2009

Artikel-Nr.: 978-3-86777-218-1

Sofort versandfertig, Lieferzeit 1-5 Tage

49,95

Preis inkl. MwSt., zzgl. Versand = Innerhalb Deutschlands zzgl. 2.95 € – ab 30 € Versandkostenfrei

[In EU-Länder zzgl. 14,95 €]



von Harald Rockstuhl in zusammenwirken mit Thomas Puhl, Helmut Birkhan und Jürgen Dorn. Festeinband mit 234 Seiten und 226 Fotos.

 

Aus dem Vorwort:
Wie ein Vogel über unsere Heimatstadt Bad Langensalza zu fliegen – ein Traum den bis heute viele Langensalzaer nachgehen. Dieses Buch gibt als Luftbildchronik von Bad Langensalza und Ufhoven von 1911 bis 2009 einen einmaligen geschichtlichen und architektonischen Einblick.Dabei unterstützte unsere Tageszeitung, die „Thüringer Allgemeine“ mit dem Abdruck eines Aufrufes Bilder aus Privatarchiven zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig bat ich den Bürgermeister der Stadt Bad Langensalza, Bernhard Schönau, um Unterstützung.So kamen zahlreiche Bilder aus privaten und öffentlichen Stellen zusammen. Zusammenhänge der Langensalzaer Luftbildgeschichte offenbaren sich. So bestand eine Luftschifflinie kurzzeitig in den zwanziger Jahren zwischen Friedrichshafen und Kopenhagen, welche an Langensalza vorbei führte. Das Luftschiff „Graf Zeppelin“, überflog im Juni 1931 um 1.15 nachmittags (13.15) Uhr aus Richtung Eisenach kommend, die Stadt in einer Höhe von 1000 m. Flieger, welche 1937–1945 auf dem Langensalzaer Fliegerhorst stationiert waren machten Fotos, wie auch die US-Streitkräfte 1944 und 1945. Zur Landesvermessung der DDR machte die sowjetische Armee 1953 und die Interflug 1980 und 1986 Aufnahmen. Weitere Luftaufnahmen in diesem Buch sind
von Thomas Puhl       1990                                         
von Helmut Birkhan   1992, 2004 und 2005                                         
von Jürgen Dorn        2007                                         
von Harald Rockstuhl  2005 und 2009.

Ich möchte mich außerdem bei Peter Birkhan, Martin Kampmann, Hans-Joachim Blankenburg, Günter Sinnecker sowie bei Sabine Tominski und Mathias Mergner vom Stadtmuseum im Augustinerkloster, sowie bei Nadine Michel vom Stadtarchiv für ihre Unterstützung bedanken. (Harald Rockstuhl)

 

Rezension Birgit Ludwig:

Ein krönender Abschluss der Bilddokumentationen über die Entwicklung Bad Langensalzas

 Was der Verlag Rockstuhl im Jahr 1999 mit der Herausgabe der Chronik Bad Langensalzas für die Zeit von den Anfängen bis zur zweiten Jahrtausendwende begann, hat nun mit der Luftbildchronik der Jahre zwischen 1911 und 2009 für Bad Langensalza und Ufhoven - einstweilen - einen krönenden Abschluss gefunden. Denn so, wie die Entwicklung stetig voran schreitet, werden selbstverständlich auch in Zukunft immer wieder Chronisten benötigt, die das, was wir als Gegenwart erleben, für kommende Generationen niederschreiben oder in moderneren Medien fixieren als schlichte, unkommentierte Tatsachen, die später einmal das, was dann zur Geschichte gereift ist, für die Nachgeborenen nachvollziehbar und verständlich berichten.

 Wie schmerzlich es für das Geschichtsverständnis nachfolgender Generationen ist, wenn sich Chronisten auf eine von ihrer Ideologie dominierte Auswahl von Fakten und Ereignissen beschränken, war bei der Aufarbeitung der Stadtgeschichte für die Zeit der Diktaturen im 20. Jahrhundert drastisch deutlich geworden.

 Nach den rege nachgefragten Foto-Bildbänden von Martin Kampmann und anderen sowie den Bildbänden mit historischen Postkarten und der fotografischen Dokumentation der Innenstadtsanierung bis 2009 hat der Verlag Rockstuhl nun also eine 234 Seiten und beinah ebenso viele Luftbilder umfassende "Luftbildchronik 1911-2009" herausgegeben, beginnend bei den allerersten erhalten gebliebenen Fotos unserer Stadt aus einer Perspektive heraus, die höher als der Turm der Marktkirche ist. Sie wurden von einem Zeppelin und aus Freiballons herab geschossen, bevor 1930 die erste "Orig.- Fliegeraufnahme" sogar als Postkarte veröffentlicht wurde.

 In den 1930-er Jahren schließlich boomte, parallel zur rasanten Entwicklung der Luftfahrt, die Luftfotografie ein erstes Mal, wurde auch Langensalza aus allen möglichen Blickwinkeln von oben abgelichtet. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges fand dies ein abruptes Ende. In Langensalza entstand ab 1937 unmittelbar am Ausflugsziel "Böhmen" ein bedeutender Fliegerhorst der Luftwaffe, in dem u.a. Piloten des als "Jagdgeschwader Immelmann" in die Kriegsgeschichte eingegangenen Stuka-Geschwaders ausgebildet wurden. Der Luftraum über Langensalza wurde aus Zwecken der militärischen Geheimhaltung gewissermaßen zur Flugverbotszone für Private. Offizielle Luftbilder gibt es nicht. Nur einige wenige private Fotos, von Piloten des Fliegerhorstes während des Fluges geschossen, zeigen Teile unserer Stadt.

Von gänzlich anderem Format sind die sich in der Luftbildchronik anschließenden Aufnahmen. Aufklärer der US-Luftwaffe überflogen und fotografierten Langensalza in den letzten Wochen des Krieges mehrfach und dokumentierten die Stadt und ihr Umfeld sorgfältig aus großer Höhe mit erstaunlich guter Auflösung. Von vergleichbarer Qualität sind jene Fotografien, die zum Zwecke der Landvermessung 1953 von der Sowjetarmee und 1980 und 1986 durch die Interflug gemacht wurden. Der Öffentlichkeit zugänglich waren diese Bilder nicht, gaben sie doch unter anderem einen umfassenden Überblick über die drei in Bad Langensalza stationierten Garnisonen der Sowjetischen Armee, darunter ein - wohl mit SS20 bestückter - Raketenstützpunkt. Privaten Flugverkehr, der beispielsweise auch Luftaufnahmen ermöglicht hätte, gab es selbstverständlich auch nicht.

Aus diesen Gründen sind etwa zwei Drittel der im Buch zusammengefassten Aufnahmen seit der politischen Wende entstanden. Sie ermöglichen zum einen eine Art Bestandsaufnahme zum Zeitpunkt dieser tiefgreifenden politischen Zäsur, und sie dokumentieren die enormen Veränderungen in Bad Langensalza während der letzten zwei Jahrzehnte. Übrigens mit einem Effekt, der mit jenen der "normalen" Bilderchroniken vergleichbar ist: Man ist beim Betrachten immer wieder erstaunt, wie es hier noch vor relativ kurzer Zeit aussah und wie sehr sich unsere Stadt verändert hat, ohne sich dabei selbst untreu geworden zu sein.

Es ist einfach faszinierend, mit Hilfe der Luftbilder wieder und wieder in die Welt der eigenen Erinnerungen hinab zu tauchen - ein Erlebnis, das allerdings nur Einheimischen und Freunden unserer Stadt mit fundierter Ortskenntnis vergönnt ist.

Kurz und gut: Die umfangreiche Luftbildchronik ist eine Sahnebonbon für alle, die sich tiefgründiger mit der Stadtgeschichte im 20. Jahrhundert bzw. der Zeit um die Jahrtausendwende befassen oder aber auf sie neugierig sind. Neben den älteren, mehr oder weniger amtlichen Luftbilder haben Helmut Birkhan, Jürgen Dorn, Thomas Puhl und der Herausgeber Harald Rockstuhl zahlreiche Fotografien beigesteuert. Mit Unterstützung durch Peter Birkhan, Martin Kampmann, Hans-Joachim Blankenburg und Günter Sinnecker ist es Harald Rockstuhl erneut gelungen, für die Heimatgeschichtsschreibung überaus Wertvolles zusammen zu tragen und in eine Form zu binden, die zahlreiche "lose Enden", verstreut aufbewahrte Dokumente in einem kompakten Buch vereint.

Birgit Ludwig (Heimatboote Ausgabe KW 16/11 | Samstag, 23. April 2011)

Zu diesem Produkt empfehlen wir

*

Preis inkl. MwSt., zzgl. Versand = Innerhalb Deutschlands zzgl. 2.95 € – ab 30 € Versandkostenfrei

[In EU-Länder zzgl. 14,95 €]


Auch diese Kategorien durchsuchen: ISBN 978-3-86777(1-500), Puhl, Thomas, Bad Langensalza, Rockstuhl, Harald, Ufhoven