Dialektwörterbuch von Behringen am Hainich


Dialektwörterbuch von Behringen am Hainich

Artikel-Nr.: 978-3-86777-121-4

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unter Einbeziehung: Hütscheroda,  Wolfsbehringen, Craula, Reichenbach und Tüngeda, von Margot Baum, Festaeinband, 180 Seiten u. 3 Fotos und eine Karte

 

Information:

Das Behringer Dialektwörterbuch umfasst etwa 4000 Stichwörter. Diese wurden teilweise mit Fallbeispielen und Beispielsätzen von der Autorin Margot Baum innerhalb von drei Jahren, mit Hilfe einheimischer Dialektsprecher, zusammengetragen. Jedes Dorf in Thüringen pflegte früher seine eigene Mundart. In Behringen am Hainich, im Wartburgkreis, sprach man und sprechen auch heute noch einige ältere Leute das „Bahringsche Buersch“, die althergebrachte bäuerliche Dorfsprache. Da diese Dialektsprechenden aber langsam aussterben, ist es wichtig, die Sprache nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Deshalb soll dieses Wörterbuch dazu dienen, nachfolgenden Generationen die Sprache ihrer Vorfahren vor Augen zu führen.

 

Inhalt:

Über Behringen und seine Nachbarorte 

Merkmale des Behringer Dialekts

Lautliche Merkmale   

Grammatische Merkmale  

Verbindungen zwischen Wörtern

Benutzungshinweise  zum Wortschatz 

Zu den Stichwörtern   

Weitere Erläuterungen zur Schreibung

Abkürzungsverzeichnis               

Dialektwortschatz von A bis Z    

Register: Hochdeutsch-Dialekt     

Besondere Gruppierungen der Wörter    

Wochentage, Zahlen           

Farben, Namen    

Ortsnamen, Straßennamen            

 

 Aus dem Vorwort von Margot Baum:

"Jedes Dorf in Thüringen pflegte früher seinen eigenen Dialekt. Leider gibt es in unserer Region  heutzutage nur noch wenige ältere Leute, die diesen beherrschen. Deshalb soll dieses Wörterbuch dazu dienen, nachfolgenden Generationen die Sprache ihrer Vorfahren vor Augen zu führen. Sie soll hierdurch auch nicht in Vergessenheit geraten.   In Behringen am Hainich sprach man und sprechen auch heute noch einige ältere Leute das „Bahringsche Buersch“, die althergebrachte bäuerliche Dorfsprache. Es gehört zum nordwestlichen Zentralthüringischen, dem Sprachraum zwischen Bad Langensalza, Eisenach und Gotha. Wie alle Dialekte, war auch diese Sprechweise im Laufe der Zeit ständigen Veränderungen unterworfen. Besonders durch die Technisierung kommen viele neue Wörter in Gebrauch, die meistens ihre hochdeutsche Form behalten. Jedoch gibt es auch neue Ausdrücke, die an den traditionellen Dialekt angepasst werden.  Der Ort Behringen zählt heute mit etwa 1500 Einwohnern zum nördlichen Teil des Wartburgkreises und liegt nahe Eisenach, rund 15 km davon entfernt, am Rande des Nationalpark Hainich. Früher war Behringen getrennt in Großenbehringen und Oesterbehringen. Seit 1956 gibt es nur noch die Gemeinde Behringen. Gemeinsam mit den Ortsteilen Wolfsbehringen, Reichenbach, Tüngeda, Craula sowie Hütscheroda bildete Behringen seit 1999 eine Einheitsgemeinde mit ca. 3500 Einwohnern. Seit 2007 gehören diese Orte, zusammen mit 11 weiteren Dörfern der ehemaligen Hörselberggemeinde, einer neuen Gemeinde mit dem Namen „Hörselberg-Hainich“ an.   Der Dialekt in den einzelnen Ortsteilen der ehemaligen Gemeinde unterscheidet sich nur geringfügig voneinander. Aber auch zwischen Oesterbehringen und Großenbehringen gab es kleine Unterschiede, wie zum Beispiel: „mee“ (wir) in Oesterbehringen und „mäi“ in Großenbehringen. Deutlich wird der Unterschied zwischen Behringer und Tüngedaer Dialekt. Hier gibt es z.B. in Behringen die „Teift“ (Taufe), in Tüngeda die „Teeft“ oder in Behringen der unveränderte „Baum“, in Tüngeda der „Boom“. Im Wörterbuch werden typische Wörter des Behringer Dialekts beschrieben. Bei einigen Wörtern können Unterschiede zu Craula und Tüngeda angegeben werden. Adolf Giese  schrieb in seiner Geschichte „Glockensprache, Mundart und anderes aus unserem Heimatgebiet“: „Wenn man in Oesterbehringen jemand fragt: „Wie weit geht hier der Wind?“, so erhält man die Antwort: „Bes uff de Tingsche Hiehe, noochdern gitt dr Wäind.“   Es existieren leider wenige Vorlagen zur Schreibweise des Behringer Dialekts. Nur von den früheren Schuhmachermeistern aus Oesterbehringen, Adolf und August Giese, sind Dokumente ihrer Geschichten, Gedichte und Lieder vorhanden. Die beiden Gieses (Vater und Sohn) hatten sich bereits im vorigen Jahrhundert um den Behringer Dialekt verdient gemacht.  Bei der Lektüre dieser Literatur fiel mir auf, dass die beiden eine andere Schreibweise gebrauchten  als ich. Auch bei anderen Dialektschreiben-den habe ich diese Feststellung gemacht. Das lässt vermuten, dass jeder Laie den Klang der Sprache anders erfasst und deutet. Denn nur die Sprache kann nicht verändert werden, aber die Schreibweise ist individuell.   Da ich selbst keine gebürtige Behringerin bin, habe ich den Behringer Dialekt früher nie gesprochen. Aber durch meine aus Behringen stammenden Großeltern und meine spätere Heirat mit einem Behringer wurde ich mit dem Dialekt vertraut. Aber Sprache und Schreibweise unterscheiden sich eben sehr voneinander.   Meine ersten Versuche mit der Schreibweise des Behringer Dialekts begannen in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Ich war Lehrerin an der Behringer Schule und gründete und leitete die dortige Kabarettgruppe. Die Texte für meine Schüler zu den Aufführungen im Hochdeutschen und Dialekt verfasste ich größtenteils selbst. Durch diese Tätigkeit war ich dann gezwungen, auch im Dialekt zu sprechen. Und so eignete ich mir diesen an. Später führte ich auch Lesungen im Dialekt durch. Natürlich ist mir klar, dass ich niemals den Tonfall so treffen werde wie ein gebürtiger Behringer.  Von 1995 bis 2005 war ich Redakteurin der Behringer Heimatzeitung „Bürgerecho“, worin ich monatlich Gespräche vor dem Backhaus mit zwei von mir erfundenen Figuren „Hannchen und Gretchen“ im Dialekt führen ließ. Lustige Gespräche, die aktuelle Themen des Ortes, der Umgebung und aus aller Welt zum Inhalt hatten, wurden hier wiedergegeben. Bereits damals merkte ich, dass es gar nicht so einfach ist, die optimale Schreibweise für manche Wörter zu finden. Besondere Schwierigkeiten bestehen im Satzbau und der Wortstellung. Regeln für die richtige Schreibweise muss man selbst finden, und man ist dabei auf die Hilfe Einheimischer angewiesen, die noch den Dialekt sprechen.  ... Dozent Dr. Wolfgang Lösch, der von 1989 bis 2002 für die Erarbeitung des Thüringischen Wörterbuches an der Universität Jena zuständig war, hat mich angeregt, das Behringer Dialektwörterbuch zu verfassen und hat mich  - auf dem Wege der E-Mail-Korrespondenz – beim Wörterbuchmachen angeleitet."

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